Hansi Dietrich
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Hansi Dietrich
A-4792 Münzkirchen, Prackenberg 5
07716 6530

h.dietrich(at)netway.at
www.hansidietrich.info

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Biografie
hansi dietrich
geboren 1958 in Wien
bis 1990 Arbeitsleben
ab1990 Lebensarbeit
http://hansidietrich.info



Hansi Dietrich,
der Energie-Anstosser

Dies ist eine wahrlich internationale Ausstellungseröffnung:
Ein Vorarlberger, der über Wien nach Salzburg kam und jetzt dort lebt, spricht über einen Wiener, der in Oberösterreich lebt und jetzt in Wien ausstellt. Das sind eben die Zufälle.
Hansi Dietrich, der Mann dieses Abends, hat auch ein gutes Verhältnis zum Thema Zufall. Ihm gefällt dieses Wort. ZU-FALLEN, im Sinne von guten Dingen, die man gerne entgegennimmt.
Doch einer, der gerne abwartet und sich die Dinge in den Schoß fallen lässt ist Hansi Dietrich ganz sicher nicht: Er ist es eher, der seine Umwelt wie ein Strudel in seine Kunst hineinzieht. Er setzt einem nicht, wie schlichtgestrickte andere Maler, einfach etwas vor die Nase. Nein, er ist lästig. Er liebt es, die anderen zu provozieren, sie aus der allzu bequemen Position des Betrachters herauszureißen.

Hansi Dietrich schafft es, anderen Menschen klar zu machen, dass es unter Umständen viel lustiger sein kann, selbst auch kreativ zu werden als einfach nur zu schauen und den Maler einen guten Mann sein zu lassen. Er ist eigentlich so eine Art ANIMATEUR:
Nicht einer, der Touristen zum Malen mit Fingerfarben anregt. Sondern einer, der im Sinne des Wortes handelt: Er regt ANIMA und ANIMUS an- Seele und Geist. Er erzeugt Schwingungen.

Das geht zum Beispiel so: Hansi Dietrich benützt die Zusammenrottung einer größeren Bürogemeinschaft, nennen wir das Ganze SOMMERFEST, dazu, die Büroleute an die Wurzeln ihrer Kreativität zurückzuführen. Diese ist wahrscheinlich in den vielen Jahren, in denen sich diese Menschen hauptsächlich mit feuerfesten Materialien beschäftigen, ziemlich verschüttet worden. Jetzt kommt der Künstler und bläst in ein ganz alte Glut hinein.
Wie macht er das? Dietrich gibt eine 2 x 10 Meter große Leinwand her und lädt ein, diese gemeinsam zu bepinseln. Die lockere Stimmung des Sommerfestes ist natürlich ein guter Rahmen. Da ist die Krawatte gleich gelockert. Da wagt sich der Herr Abteilungsleiter auch mal aus seinem Panzer. Es entsteht also ein Riesentrumm von Bild.
Wenn Sie's nicht wissen, werden Sie's nicht erraten, was mit dem Werk dann geschah!?
In Portionen von 40 x 140 cm tauchte das gemeinsame Gepinsel dann im riesigen Bürohaus der Feuerfest-Leute wieder auf. Aber nicht einmal im Foyer, sondern zehnfach, vielfach, an jeder Ecke. Kunst also nicht als Dekoration, die die Geschäftsleitung aussucht oder verordnet, sondern als ein Kreislauf, an dem auch die , die sich's jetzt anschauen, beteiligt waren.

Ich denke, dass diese Art von Kunst-Entstehung jenen Menschen, die jeden Tag in den Twin-Tower-Büros sitzen und Feuerfest-Materialien verkaufen, ein gutes Gefühl gibt.
Als mir die Leiterin unseres Magazins ANWALT AKTUELL, Frau Magister Brigitte Gruber, ihre Reportage zum Thema "Kunst zum Sitzen von Menschen die sitzen" zeigte, da habe ich gleichsam auf einen Blick erkannt, was für eine besondere Energie in diesem Künstler Dietrich steckt.
Wir kennen die üblichen Gefängnisprojekte, die ziemlich trostlos sind. Anders bei Dietrich: Er stellte den Knackis nicht die Aufgabe, zum Beispiel ihre böse Tat oder ihr Bild von der schönen Welt außerhalb des Knast zu zeichnen, nein, er kommt mit einem alten Sofa daher und sagt: Nun machen wir mal.
Am Ende des gemeinsamen schöpferischen Prozesses steht ein Objekt aus einem Sofa und einem Tryptychon darüber. Das Ganze wird für "Licht ins Dunkel" gespendet. Sie sehen schon wieder: Da ist keine Spur von Spitzweg-Idyll, wo der Maler in seinem Kämmerchen etwas ausheckt und dann auf die Menschen loslässt.

Bei Hansi Dietrich muss es immer ein Art Prozess sein. Er braucht den Fluss der Energie, und am liebsten ist's ihm dann, wenn möglichst viele Menschen einbezogen werden können. Das hat schon auch etwas Missionarisches! Dietrich trägt mit sich den festen Glauben herum, dass Kunst dazu da ist, die Welt schlicht gesagt SCHÖNER zu machen.
In einer Zeit, in der gerade ein offenbar verwirrter amerikanischer Präsident eine Riesenarmee gegen einen relativ winzigen Wüstenstaat in Stellung bring, um den Ölfluss noch ein bisschen flüssiger zu machen, in so einer Zeit schauen wir geradezu gerührt auf einen, der auszog, die Welt ein Stück schöner zu gestalten.


Hansi Dietrich, der - ehemals als Installateur, heute als Künstler - immer schon vom FLIESSENDEN fasziniert war, lebt auf, wenn er Energie in Schwingung versetzen kann.
Ich glaube, er träumt in seinem entlegenen Paradies im oberösterreichischen Sauwald davon, eines Tages die wirklich große Aktion durchzuführen. Eine Aktion, an der praktisch alle Menschen der Welt teilnehmen. Zum Beispiel, indem wir, und zwar jeder auf seinem Platz, von China bis Neuseeland, den GLOBUS umfärben.
Ich kann mir gut vorstellen, die Dietrich uns alle dirigiert, damit wir den blauen Planeten artig auf GELB-ORANGE umpinseln: Er würde als Regisseur der Aktion in einem Spaceshuttle sitzen und am Ende sagen: Schau dir das an! Des hot Kraft!!!
Mehrmals lese ich in den Unterlagen des Künstler Folgendes: "Am Ende werde ich erkennen, dass ich dieses Spiel, das Leben heißt, verloren habe. Aber bis dahin lasst mich Leben spielen!" Ich finde das ziemlich kokett.
Hier verbindet sich Hansi Dietrich mit vielen großen Künstlern, die die tatsächliche Folgenlosigkeit ihres Schaffens beklagen. Das sind etwa Schriftsteller, die damit hadern, die Welt mit ihren Texten nicht verbessern zu können. Oder Maler, die das Gefühl haben, ihre Abbildung der Schlechtigkeit des Menschen habe keinen einzigen daran gehindert, trotzdem schlecht zu sein.
"Das Spiel, das Leben heißt" gewinnt Hansi Dietrich für mich in jeder Klasse: Im Wirtshaus, wenn er mich wortreich auf falsche Spuren führt, damit ich ihn ja nicht erkenne. Oder im Gefängnis, wenn er es schafft, in ein paar schreckliche Tage neue Energie, Farbe und Kreativität einzuschmuggeln.
Oder hier, wenn er uns Objekte präsentiert, die gleichermaßen eine wunderliche Geschichte in sich tragen wie - Sie sehen es ja selbst - toll wirken.
Hansi Dietrich ist ein Energie-ANSTOSSER, auch eine Energie-Trafo-Station und ein guter künstlerischer Nachkomme Platons.
Der hat gesagt: Kunst sollte die Grundlage der Erziehung sein.
Der Künstler dieses Abends schafft zweierlei. Er ERZIEHT und er ERFREUT uns!


Dietmar Dworschak über den Künstler Hansi Dietrich
anlässlich der Ausstellungseröffnung in Wien am 3.Dezember 2002.





"Hans im Glück"
Transplantation rettet Dietrichs Leben



Die jahrelange, bisher unentdeckte Erkrankung an Hepatitis C hat Dietrichs Leben ab Herbst 2003 grundlegend geändert.
Eine möglichst rasche Lebertransplantation war der einzige, lebensrettende Ausweg.
Am 26.Mai 2004 war es soweit: Das hochkarätige Ärzteteam der Universitätsklinik Innsbruck um Dr. Margreiter und Dr. Bonatti transplanitieren Dietrich erfolgreich ein Spenderorgan.
Dank dem Lebensretter, Dank dem Spender, Dank dem Ärzteteam, Dank allen, die hansi auf dem Genesungsweg so zahlreich, positiv und wertvoll unterstützt haben.